Damwildhaltung
in landwirtschaftlichen Gehegen

Der Europäische Damhirsch hat
eine bewegte Geschichte. Schon um 4000 v. Chr. wurde er bei den Völkern im östlichen
Mittelmeerraum als Opfertier gehalten. Auf einer etwa 2500 Jahre alten
griechischen Vase (Fundort Sizilien) ist die Abbildung eines Damhirsches in
direkter Nähe eines Menschen zu erkennen, vielleicht ein Hinweis, dass schon
damals im Mittelmeerraum der Damhirsch in Gehegen gehalten wurde. Mit den römischen
Legionen kam der Damhirsch nach Spanien und Gallien, letztlich bis auf die
Britischen Inseln. In Trier wurde eine Damhirschschaufel aus spätrömischer
Zeit gefunden.
Im Mittelalter war der
Damhirsch in ganz Europa verbreitet, z.T. weniger in der freien Wildbahn als in
den Parks und Tiergärten der Könige und Fürsten. Besonders in England ist er
über Jahrhunderte als Parkwild gehalten worden, aber nicht allein um seiner Schönheit
willen, sondern als ein excellenter Fleischlieferant. So schreibt
PETRUM DE CRESCENTIIS im Jahre 1583: „...
Der Damhirsch mit Natur und Eigenschafft seines Fleisches
/ ist nicht ungleich der
Gemsen /
denn es ist eines löblichen Geschmacks“.
Unser heimisches Damwild kam
aus Dänemark nach Schleswig-Holstein, eine Gabe des Dänischen Königs an den
Landgrafen Wilhelm IV von Kurhessen 1577 und wurde zunächst nur an Fürstenhöfen
in Tierparks gehalten. Erst im 19. Jahrhundert ist es hier auch in freier
Wildbahn nachgewiesen worden.
Die Haltung von Damwild in
landwirtschaftlichen Gehegen ist ein junger Produktionszweig und eine
Alternative zur extensiven Nutzung von Grünlandflächen. Bei entsprechender
Einrichtung der Gehege in das Landschaftsbild kann die Damwildhaltung Aufgaben
der Landschaftspflege wahrnehmen und zum Erholungs- und Freizeitwert der
Landschaft wesentlich beitragen.
Wegen seiner hohen
Fruchtbarkeit, Langlebigkeit und Futter-verwertung sowie hervorragenden
Fleischqualität ist Damwild zur landwirtschaftlichen Nutzung sehr gut geeignet.
Damwild wird ganzjährig in weitläufigen Gehegen, die zudem vom
Tiergesundheitsdienst überwacht werden, mit natürlichem Bewuchs als Wetter-
und Sichtschutz gehalten. Seine Nahrung findet es auf kräuterreichen Weiden. Im
Winter werden Heu, Hafer, Apfeltrester, Kastanien o.ä. beigefüttert.
Diese natürliche und
tiergerechte Haltung und Fütterung garantieren ein Spitzenprodukt. Das Fleisch
stammt von jungen, aber reifen Tieren im Alter zwischen 15 und 19 Monaten. Es
ist von feinem Wildgeschmack, kurzfaserig und zart, weniger marmoriert als
Rindfleisch, aber saftig und wegen seiner Fettarmut besonders geeignet für eine
gesunde Ernährung.
Damwildfleisch
dieser Qualitätsstufe kann herkömmlich wie Wild zubereitet werden, ist aber
auch für Kurzbraten und Grillen bestens geeignet. Es kommt von September bis
Januar frisch und von kontrollierter Qualität auf den Markt.
Direkt
aus der Region vom heimischen Erzeuger!